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© BMW AG
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2007 revolutionierte das iPhone den Mobiltelefonmarkt – 2020 sollte Apples Projekt Titan das gleiche mit Automobilmarkt tun. Und jetzt, alles aus? Es scheint fast so. Der optisch gelungene Straßenschmeichler wird zunächst nicht weiterentwickelt, denn Apples Pläne, ein eigenes Auto zu bauen, liegen seit Herbst 2016 auf Eis. Stattdessen wolle man sich darauf konzentrieren, Software für autonomes Fahren zu entwerfen, heißt es aus Unternehmenskreisen. Der Automobilbranche als Kooperationspartner zur Verfügung zu stehen, scheint vielen Unternehmen derzeit die lukrativere Variante zu sein. Auch um das Google Car ist es ruhiger geworden, der Konzern widmet sich ebenfalls verstärkt der Software-Entwicklung automobiler Lösungen.

Stattdessen verstärken sich Premium-Automobilhersteller derzeit mit zukunftsweisenden Kooperationen. Volkswagen und der chinesische Fahrdienstvermittler Didi Chuxing haben bekannt gegeben, in Zukunft zusammenarbeiten zu wollen. Der Autobauer, der sich bereits am israelischen Anbieter Gett für rund 300 Millionen Dollar beteiligt, will sich mit Mobilitätsdienstleistungen ein neues Standbein schaffen. Didi Chuxing scheint da überaus attraktiv: Auch Apple hat eine Milliarde Dollar in den Konkurrenten des Taxi-Giganten Uber investiert.

 

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Gemeinsam stark

Mit der gemeinsamen Übernahme des Kartendienstes Hero durch Audi, BMW und Daimler zeigt sich außerdem, wozu Automobilhersteller fähig sind: Um ihre Position gegenüber Google zu stärken, sei vorwettbewerbliches Handeln angesagt, bekräftigt Raimund Hahn, Chefanalyst beim globalen Think Tank Diplomatic Council und CEO der Industriegroßhandelsgruppe Rhino Inter Group. „Wir werden künftig eine immer engere Kooperation der deutschen Automobilhersteller erleben, wenn es um Software, Sicherheit, intelligente Verkehrsinfrastrukturen, autonomes Fahren, Künstliche Intelligenz, Big Data und den verantwortungsvollen Umgang mit personenbezogenen Daten geht.“

 

https://www.bloomberg.com/news/articles/2016-10-17/how-apple-scaled-back-its-titanic-plan-to-take-on-detroit